Ist da ein Licht am Ende des Tunnels?

Ist da ein Licht am Ende des Tunnels?

Die warme Haut wird kalt, das Licht in den Augen erlischt, die Seele breitet die Flügel aus und fliegt davon: Tod. Aber was kommt dann? Das Paradies? Die Hölle? Nichts? Mit diesen Fragen setzte sich temptAhre am 02. Februar 2019 in der katholischen Pfarrgemeinde St. Nikolaus und St. Rochus Mayschoß in einem sehr emotionalen Gottesdienst auseinander.

Musikalische Einstimmung mit Saxophon-Solo

 

Zu Beginn der Feier war die Kirche bis auf wenige Kerzen dunkel. In dieser Atmosphäre interpretierten zwei Saxophone mit Begleitung das melancholische Lied eines Künstlers, in dem dieser den Verlust seines vierjährigen Sohnes verarbeitet hat.

Die große Frage

 

Ein Gebet, das besagte, es gebe keine Toten, nur Lebende im Diesseits und im Jenseits, leitete zur Frage über: Gibt es überhaupt ein Leben nach dem Tod?

 

Die Bibel hat darauf eine eindeutige Antwort: Jesus ist Ostern auferstanden. –  Wissenschaftler und Philosophen versuchen sich seit Jahrhunderten an einer glaubens-unabhängigen Antwort. Nahtoderfahrungen werden als Beweis aufgeführt. Viele dieser Berichte klingen plausibel. Doch ist nicht auszuschließen, dass Nahtoderfahrungen lediglich körperliche Abläufe oder traumatische Aufarbeitungen in den letzten Lebensmomenten sind. So bleibt der Beweis aus. Christen können jedoch auf Grundlage ihres Glaubens aus Nahtoderfahrungen Hoffnung ziehen.

 

Wie dürfen wir uns das Jenseits vorstellen?

 

Auch dazu gibt uns die Bibel Auskunft. Laut Matthäusevangelium gleicht das Reich Gottes einer Perle. Dies drückt aus, dass es Aufwand und Entschlossenheit braucht, um in das künftige Reich Gottes zu kommen – aber auch, dass es ein großes Geschenk und eine riesige Freude ist. Nach den Psalmen ist der Himmel ein heiliger, reiner, wunderschöner Ort, an dem es unzählige Millionen Geistgeschöpfe gibt, die Gottes Befehle ausführen. Laut Offenbarung ist er eine ewige Stadt, das „neue Jerusalem“, ein Ort der Ruhe, der Anbetung, des Gesanges, der Erkenntnis, der Herrlichkeit. Im Römerbrief ist der Himmel als ein Ort mit Wolken, Bäumen und Bergen und mit identifizierbaren Menschen in realen, greifbaren Auferstehungsleibern beschrieben. Denn auch Jesus war in seinem Auferstehungskörper samt Nagelmalen als Jesus erkennbar, der reden, essen und trinken konnte. Trotzdem wird der neue Körper nach dem 1. Korintherbrief auch völlig neue Eigenschaften haben. Er wird vollkommen, unverweslich und unvergänglich sein.

 

Menschen stellen sich den Himmel auf verschiedene Arten vor. Für manche ist er ein Garten, von Bächen durchzogen, in denen Milch und Honig fließen.

 

Andere wiederum glauben, dass der Himmel kein Ort ist, sondern ein besonderer Seelen- bzw. Geisteszustand ewiger Glückseligkeit.

Eine dritte Gruppe hält es für unzulässig, sich den Himmel auszumalen. Dies übersteige das menschliche Vorstellungsvermögen so sehr, dass alle Vorstellungen nie an den wahren Himmel heranreichen können. Eine vierte Gruppe definiert das Paradies daher abstrakt als Gegenentwurf zur Hölle. Diese ist nach körperlichem Verständnis ein Ort aus ewigem Feuer, Asche, Qualen und Angst. Abstrakt betrachtet ist sie das Fernsein von Gott.

 

Der Himmel: Nur für Gläubige?

 

Wie auch immer: Papst Johannes Paul der Zweite betont ausdrücklich, dass der Himmel nicht den Gläubigen vorbehalten sei. Was am Ende zähle sei, ob man das Reich Gottes ein Stück mitverwirkliche und nicht, ob man bewusst aus einer christlichen Verantwortung heraus handele.

In einem Gottesdienst, der das Jenseits thematisiert, denken Menschen auch an ihre eigenen Verstorbenen. Eine Aktion holte sie sichtbar in die Gemeinschaft: auf anthrazit-farbene Steine konnten die GottesdienstbesucherInnen bei besinnlicher Musik Namen schreiben von Verstorbenen, derer sie gedachten.

Die Steine wurden an das Kreuz gelegt, das im Advent wie ein Puzzle als Sinnbild der Gemeinschaft der Lebenden entstanden ist. So wurde die Gemeinschaft augenfällig um die der Verstorbenen erweitert.

 

Rap und Karaoke

 

„Breeze of Music“ bereicherte den Gottesdienst wieder mit passender Musik. Dabei zeigte sich, dass Rap und Karaoke nicht nur für eine Jugendband angemessen sind, sondern auch dem schweren Thema „Tod“ gerecht werden können.

 

 

 

Farbige Kerzen als Erinnerung an das „Licht am Ende des Tunnels“ waren das, was die GottesdienstbesucherInnen im wahrsten Sinne des Wortes mit nach Hause nehmen konnten.

 

Ausstellung

 

Mit einer Tasse Tee, angeboten vom anschließenden Kirchencafé, konnten die GottesdienstbesucherInnen eine kleine Ausstellung mit Motiven und Sinnsprüchen auf sich wirken lassen.

Ausblick

 

Der nächste temptAhre-Gottesdienst soll Anfang Juni gefeiert werden. In Planung ist ein Open-Air-Gottesdienst. Näheres wird rechtzeitig bekanntgegeben.

Puzzleaktion Advent 2018 – Ein Kreuz

Puzzleaktion Advent 2018 – Ein Kreuz

Ein Puzzle als Sinnbild für unsere Gemeinschaft, aufgebaut wie ein Adventskalender und in (fast) täglichen Andachten zusammengelegt – das war die Idee der temptAhre Puzzleaktion im Advent 2018.

 

Vorher

 

Den Auftakt zur Puzzleaktion bildete der temptAhre-Gottesdienst am 01.12.2018, „Drei Wege zur Gemeinschaft“.

Wir vom temptAhre-Team waren im Vorfeld gespannt, wie die Aktionen angenommen werden würden. Würden Steine leer bleiben? Würden die Andachten besucht werden?

Schon beim ersten Verteilen am 25.11.2018 blieben von unseren 24 Steinen nur 7 übrig. Diese fanden ihren Weg in die Häuser an den beiden kommenden Wochenenden. Manche/r,  die/der gern einen Stein gestaltet hätte, ging leer aus. Die Andachten fanden zwar im kleinen Kreis statt. Doch diejenigen, die einmal da waren, kamen wieder.

 

Bunt, offen und vielfältig

 

Das Puzzle zeigt nach 24 Tagen unsere Vielfalt. Die jüngsten Künstler sind 5 Jahre jung, die ältesten über 80 Jahre. Viele stammen aus Mayschoß. Aber auch ChristInnen aus umliegenden Gemeinden in einem Radius von 30 km haben sich beteiligt. Zwei Steine sind der Feder eines Steyler Missionars aus Papua-Neuguinea entsprungen, der sich dank Pater Rudi Stodden mit Mayschoß verbunden fühlt und zufällig auf Besuch hier war.  Das Kreuz steht für Ökumene: es trägt katholische sowie evangelische Steine.

Meist erzählten die Menschen eine kleine Geschichte zu „ihrem“ Stein.

„Viele Ideen habe ich verworfen, bis ich endlich die richtige hatte.“

„Ich habe einfach begonnen und es werden lassen.“

„Wir haben darüber gesprochen und daraus ist eine Idee entstanden.“

Das Puzzle steht jetzt als sichtbarer Beleg dafür, dass wir eine Gemeinschaft bilden: bunt, offen, unterschiedlich und doch auf Grundlage einer gemeinsamen Basis  – unserem Glauben und Vertrauen in Gott. Der Prozess seines Entstehens zeigt, dass Menschen bereit sind, für die Aufrechterhaltung der Glaubensgemeinschaft Anstrengungen auf sich zu nehmen.

 

Die einzelnen Puzzlesteine

  1. Dezember

2. Dezember – 1. Advent  

Ein Enkelkind aus Wachtberg malt Nikolaus und Schiff.

3. Dezember                    

Menschen, die sich um ein Licht versammelt haben

4. Dezember                         

Ein Steyler Missionar, zu Besuch aus Papua-Neuguinea, malt eine landestypische Krippe. 

5. Dezember                        

Eine Bitte um Fürsprache an den großen Menschenfreund und Kirchenpatron

6. Dezember                         

Zwillinge malen gemeinsam den Nikolaus auf dem Schlitten.

7. Dezember                         

Texte, die man auf sich wirken lassen muss (Teil 1)

8. Dezember                         

Texte, die man auf sich wirken lassen muss (Teil 2)

9. Dezember – 2. Advent

Viele verschiedene Farben waren nötig für diesen Adventskalender im Adventskalender.

Die „24“ thront auf der Spitze des Tannenbaums.

10. Dezember

11. Dezember

 

12. Dezember

Wenn alle zusammenarbeiten, kann etwas Größeres entstehen.

13. Dezember

Wir können füreinander Sterne sein, die zum Heiligen Abend leiten.

 

14. Dezember

Die Liebe spricht für sich. 

 

15. Dezember

16. Dezember     3. Advent

17. Dezember

Ein fünfjähriges Kind möchte mithelfen: „Ich kann gut Apfelbäume malen. Kinder, die nichts zu essen haben, können auf die Leiter klettern und sich Äpfel pflücken.“

 

18. Dezember

19. Dezember   
                    
Kreativität und Individualität

20. Dezember

Schafe gehen zur Krippe.

21. Dezember

Das Leben hat Licht- und Schattenseiten. Das Kreuz ist Licht und erhellt die Dunkelheit.

22. Dezember

Das Licht wird mehr und heller. Es beendet die Not.

Wenn alle zusammen- arbeiten, kann etwas

23. Dezember – 4. Advent

„Es kommt ein Schiff geladen“ – Ankunft des Herrn. Maria und das göttliche Kind kommen direkt auf uns zu. Am Ufer des Meeres stehen wir, wartend, mit all unseren Sorgen und unserem Kummer. Manche voll sichtbarer Hoffnung und Freude, manche zurückhaltend. Manche schlafend, (noch) nicht bereit.

Die rheinische Künstlerin Beate Heinen hat unseren Glauben an die Menschwerdung Gottes fantasievoll und farblich intensiv gemalt.

 

24. Dezember

Heilig Abend ist da.

Dank

 

Am Ende unseres Weges durch den Advent möchte sich das temptAhre-Team bei allen, die sich auf die Puzzleaktion und die Andachten eingelassen haben, bedanken – nicht zuletzt für das wunderschöne Kreuz.

Es bleibt bis auf weiteres in der Mayschosser Kirche stehen.

Drei Wege zur Gemeinschaft – Puzzleaktion

Drei Wege zur Gemeinschaft – Puzzleaktion

Im Advent 2018 versucht temptAhre. Innovative Kirche in Mayschoß/Ahr auf drei Wegen, christliche Gemeinschaft sichtbar werden zu lassen: mit einem Gottesdienst, einer Puzzleaktion und (fast) täglichen Andachten.

 

Gottesdienst am 1. Advent

Den Einstieg in die Adventszeit bildete der am                 01. Dezember gefeierte Gottesdienst, der sich mit dem Thema „Gemeinschaft“ auseinandersetzte. Wir alle gehören zu Gruppen:  zu unserer Lebensgemeinschaft und zur Familie, zur Schulklasse bzw. zum Kollegenkreis, zur Kirche an sich und zur Kirchengemeinde mit all ihren Untergruppen, zur Weltgemeinschaft und zur Gemeinschaft mit Gott. In dieser Jahreszeit häufen sich Weihnachtsfeiern und Familientreffen. Wie ist das mit den Gemeinschaften?: Wie funktionieren sie? Wofür brauchen wir sie? Und brauchen sie uns?

Videoclip „Der Einzelkämpfer“

Ein kurzer Videoclip veranschaulichte, was einem ohne funktionierende Gemeinschaft passieren kann. Ein Glühwürmchen, das nachts allein im Wald unterwegs war, konnte die Dunkelheit nicht ausleuchten, sodass es gegen einen Baum prallte. Besser erging es den Glühwürmchen, die im Schwarm flogen.

 

Die Lesung aus dem ersten Korintherbrief bringt zum Ausdruck, welche Vorstellung Gott von einer Gemeinschaft hat. „Ihr aber seid der Leib Christi, und jeder einzelne ist ein Glied an ihm.“ (1.Kor 12,12-22.26-27).  Was damit gemeint ist, verdeutlichte die Metapher vom Puzzle.

Bei einem Puzzle ist jeder Stein anders, jeder passt nur an einen Platz. Deshalb ist jeder Stein wichtig. Wenn am Ende ein Stein fehlt, bleibt das gesamte Bild unvollständig.                                                                    Teile, die nicht zusammenpassen, lassen sich nicht mit Gewalt einfügen.

Auch von uns ist jede und jeder einzigartig, unverwechselbar, wertvoll. Niemand ist überflüssig. Auseinandersetzungen lösen wir am besten im Gespräch.

Ein Puzzlespiel gelingt nur, weil passende Teile zusammenhalten. Jedes Puzzleteil braucht, um Halt zu finden, einige Teile, mit denen es engeren Kontakt hat – so wie wir Menschen zwei oder drei enge Freunde benötigen. Mit allen Menschen können wir nicht gleichzeitig eng befreundet sein. Aber wir können uns einer größeren Gruppe verpflichtet fühlen, zusammenhalten und aufeinander Rücksicht nehmen.

Manchmal scheinen Puzzlesteine nicht ins Bild zu passen, z.B. wenn sie nicht die richtig durchgefärbt sind. Das kann man als störend oder als belebend werten.

Wie auch immer: wenn wir uns um die vermeintlich schwächeren Teile der Gemeinschaft kümmern, sie wahrnehmen und respektvoll behandeln, können wir Probleme des Einzelnen verringern und als Gemeinschaft wachsen.

Den Anfang für ein Puzzle mit extrem vielen Steinen zu finden, ist meistens nicht leicht. Aber je mehr Steine sich zusammenfügen, umso weniger bleiben übrig und umso schneller lassen sich die letzten einfügen. – So geht es uns auch, wenn wir in unseren Gemeinschaften eine neue Aufgabe zu bewältigen haben. Denken wir an die Flüchtlingswelle. Von „Wir schaffen das.“ über „So geht es auf keinen Fall.“ bis heute: nicht perfekt, aber in Angriff genommen und auf den Weg gebracht.

Wenn Christen so miteinander umgehen, wie in der Lesung beschrieben und am Puzzle versinnbildlicht, dann kann Christus durch uns lebendig werden, mitten in unserer Welt.

Videoclip „Gemeinsam sind wir stark“

Der zweite Videoclip zeigte einen Kampf „David gegen Goliath“. Indem sie ihrer Artgenossin zu Hilfe eilt, vereitelt eine Gruppe von Ameisen den Versuch eines Ameisenbären, die einzelne Ameise zu fressen.

 

Puzzleaktion

Vor diesem Hintergrund hat sich die Gemeinde aufgemacht, im Advent selbst ein Puzzle zu gestalten. Ein Kreuz als Basis. Sinnbild für zwei Gemeinschaften: Der vertikale Balken weist von oben nach unten, von Gott zu uns und zurück. Der horizontale Balken weist von rechts nach links, zum Menschen neben mir und zurück. Das Kreuz schafft Raum für unsere Puzzlesteine. Wir können die Steine gestalten. Für die Gestaltung gibt es keine Regularien. Jede/r, die/der mitmacht, hat die Freiheit, zu sein, wie sie/er möchte, kann den Stein gestalten, wie sie/er möchte. Der Stein muss nur hinterher an seinen Platz passen. Am 24.12. ist das Puzzle fertig. Dann können wir sagen, wir haben gemeinsam auf Jesus Kommen gewartet und uns gemeinsam vorbereitet. Es wird ein buntes Bild sein, kein einheitliches. Es wird zeigen, dass wir verschieden sind und doch eine Gemeinschaft bilden können. Vielleicht bleiben auch Steine leer. Falls sich keiner findet, um sie zu gestalten. Auch das müssen wir als Gemeinschaft tragen. Dafür übernehme Andere vielleicht mehr als einen Stein. Mit dem ersten Puzzleteil wurde im Gottesdienst eine Basis gelegt.

Andachten

 

Das Puzzle hat den Charakter eines Adventskalenders. Es muss täglich wachsen. Deshalb hat temptAhre für all die Tage, an denen nichts anderes in der Kirche stattfindet, eine Andacht vorbereitet. Jede Andacht beinhaltet einen Impuls in Form einer Geschichte, Lieder, Gebete und vor allem die Gelegenheit, für einen Moment zur Ruhe zu kommen. Im Rahmen dieser Andachten werden die Puzzlesteine am Kreuz angebracht. Das Wachstum lässt sich tagesaktuell auf der neu ins Leben gerufenen Webseite www.temptahre.de mitverfolgen. Dort können auch die Termine der Andachten nachgelesen werden.

 

Dank

 

Ein besonderer Dank gilt den beiden regionalen Betrieben, die das Kreuz gestiftet haben. Die Holzhandlung Dirk Wollersheim überließ temptAhre das Holz für das Kreuz. Die Schreinerei Rönnefarth fertigte aus dem Rohstoff Holz ein Kreuz.

Wie immer untermalte die Jugend-Liveband Breeze of Music den Gottesdienst musikalisch, diesmal mit stimmungsvollen, aber auch sehr dynamischen Stücken.

Die GottesdienstbesucherInnen konnten an diesem Abend im wahrsten Sinne des Wortes etwas mit nach Hause nehmen. Im Advent wird viel gebacken. So verteilte temptAhre ein Lebkuchenrezept mit Plätzchenausstechern in Form von Kirchen, Engeln, Nikoläusen, Schneemännern, Glocken und … Puzzlesteinen. Anhand selbstgebackener Teigwaren konnte sich die Gemeinde bei Tee, Wein und Wasser, vom Kirchencafé angeboten, einen Eindruck von Aussehen und Geschmack verschaffen.

Von großen und kleinen Helden

Von großen und kleinen Helden

Große und kleine Helden zu Gast bei temptAhre

Die Mayschosser Pfarrkirche war gut besucht als am Samstagabend, dem 08. September 2018, der temptAhre-Gottesdienst „Von großen und kleinen Helden“ gefeiert wurde.

 

Große Helden: James Bond & Co?

James Bond, Winnetou und Katniss Everdeen waren per Videoclip ebenfalls zu Gast. Alle drei sind Superhelden im landläufigen Sinne. Macht sie das zu christlichen Vorbildern?

James Bond ist ein Einzelgänger. Wir „normal Sterblichen“ erreichen allerdings dann am meisten, wenn wir uns zusammentun und gemeinsam handeln. Wie das geht, können wir von Bond sicher nicht lernen.

Winnetous Mission endet mit dem letzten Gefecht. Das kann uns Christen nicht genügen. Unsere Mission geht über den Einzelnen und seine Zeit hinaus. – Katniss Everdeen, die jugendliche Heldin aus „Die Tribute von Panem“ ist zweifelsohne eine starke, beeindruckende Frau. Sie rettet ihre Welt. Allerdings unter Einsatz von Gewalt. Am Ende ist sie verbittert und gebrochen. Dadurch scheidet auch sie als Vorbild für uns aus. Denn unser Auftrag lautet, eine frohe, nicht eine bittere Botschaft zu verkünden.

 

Großer Held: Jesus!

Jesus ist unser großer Held und unser großes Vorbild, auch wenn er völlig anders als die Superhelden auftritt. „Er hat uns aus Todesnot gerettet und wird uns auch in Zukunft retten“, heißt es sinngemäß im 2. Brief an die Korinther. Seinen Heldentaten kann jeder nacheifern: Denn Jesus brauchte keine Gewalt, keine ausgeklügelten Waffen, sondern wirkte mit Methoden, die jeder von uns ebenfalls anwenden kann: Zuhören und Vergeben. Hoffnung schenken. Dafür stehen, dass es im Leben Wichtigeres gibt als Macht und Geld. Und indem er die Jünger um sich geschart hat, hat er uns gezeigt, dass wir den Weg am besten gemeinsam gehen.

 

„Kleine“ Helden

Im Alltag begegnen uns täglich „kleine“ Helden: die Ehrenamtler.

Zum Beispiel:

Jugendtreff Mayschoß

Jugendfeuerwehr Rech

MusterKnaben des Jugendbüros Altenahr

 

Flüchtlingsnetzwerk Altenahr

 

All diese Gruppen waren am 08. September 2018 mit einem Informationstisch in den Seitenschiffen der Kirche St. Nikolaus und St. Rochus vertreten. Die Gemeinde wurde eingeladen, mit den „Helden des Alltags“ ins Gespräch zu kommen. Diese Gespräche waren für alle Seiten eine Bereicherung.

 

Noch mehr Helden

Das Lied „Die wahren Helden“ der Musikgruppe Wise Guys richtet unser Augenmerk auf weitere Helden in unserem täglichen Umfeld: Menschen in sozialen Berufen oder in Berufen, die Idealismus verlangen; Menschen, die in aller Stille aus sonstigen Gründen Dienst am Mitmenschen tun. Bei den Wise Guys heißt es sehr treffend:

„Selten Lob, wenig Kohle, kein Glamour und kein Glanz,                                                                                          doch das Herz am rechten Fleck, und das voll und ganz.“

Dass es notwendig ist,  die Helden, die uns täglich begegnen, öfter wertzuschätzen, stieß allgemein auf große Zustimmung und wurde speziell von einer älteren Gottesdienstbesucherin im Rahmen der Fürbitten ausdrücklich unterstrichen. Das Team von temptAhre zollte mit diesem Gottesdienst all jenen Respekt, denen gar nicht oft genug gedankt werden kann.

 

Eucharistiefeier

Herr Pastor Spiller zelebrierte die Eucharistiefeier.                                                                                                        Musikalisch begleitete die Band „Breeze of Music“ den Gottesdienst mit einer abwechslungsreichen Auswahl an Stücken. Deutsch und Englisch, geistlich, weltlich, ruhig oder mitreißend, das Repertoire der jungen Instrumentalisten und Sängerinnen umfasst die unterschiedlichsten Bereiche.

Erste Hilfe für Helden

Kirchencafé

In der Annahme, dass auch Helden sich gelegentlich verletzen, verteilte temptAhre am Ende des Gottesdienstes Pflasterboxen im hosentaschen-tauglichen Format: ein rotes Kreuz mit temptAhre-Emblem.

Gemeindemitglieder und Ehrenamtler blieben noch für einen kleinen Umtrunk zusammen, zu dem der Pfarrgemeinderat eingeladen hatte, und setzten die im Gottesdienst begonnenen Gespräche fort.

Feedback auf Facebook:

„Ich möchte euch von Herzen danken für den wundervollen Gottesdienst, den ihr durch eure tolle Musik und die Moderation so super gestaltet habt. … Schade, dass ihr jetzt bis zum Advent Pause habt.“

Zesamme em Jaade – Zesamme en Jott

Zesamme em Jaade – Zesamme en Jott

Am 09. Juni 2018 feierte temptAhre unter Beteiligung von Herrn Pfarrer Spiller einen Gottesdienst mit Eucharistiefeier.

Das Thema „Zesamme em Jaade – Zesamme en Jott“ hatte seinen Ursprung im generationsübergreifenden Langzeitprojekt des Jugendbüros der Verbandsgemeinde Altenahr und des Seniorencentrums Maternus-Stift in Altenburg. Bei diesem Projekt beschäftigen sich junge und alte Menschen mit Garten und Natur.

Ein Garten unterliegt im Laufe des Jahres dem Wechsel der Jahreszeiten. Unser Glaube unterliegt im übertragenen Sinne im Laufe unseres Lebens ebenso den Jahreszeiten.

 

„Jung“ interviewt „Alt“ – Sommer trifft Winter

 

So wie die Generationen bei dem Projekt „Zesamme em Jaade“ voneinander lernen, wurde auch zur Vorbereitung des Gedankens „Zesamme en Jott“ nach einem Austausch Jung – Alt gesucht. Deshalb führten Jugendliche des proBüros mit einigen Senioren des Maternusstiftes wenige Wochen vor dem Gottesdienst ein Interview.

Die Gruppe der Senioren wie auch die Gruppe der Jugendlichen war sehr gemischt: von Köln über Sachsen-Anhalt bis zum Nürburgring, von katholisch über evangelisch zu atheistisch. Die Ergebnisse des Interviews stellten die Jugendlichen am 09. Juni selbst vor.

 

Leben in der Gemeinde (Senioren)

Viele Senioren hatten sich im Laufe ihres Lebens in der Kirche engagiert, bei den Messdienern, in der Frauengemeinschaft oder im Pfarrgemeinderat. Den Glauben zu leben, war jedoch nicht immer einfach: eine ältere Frau konnte noch von den Schikanen berichten, die sie unter den Nationalsozialisten erlitten hatte. Eine evangelische Seniorin sagte, dass über sie damals Gerüchte verbreitet worden wären und sie sich teilweise sehr von der  katholischen Gemeinde ausgegrenzt gefühlt habe. Und eine dritte Frau erzählte, dass sie eigentlich gern Nonne geworden wäre, wenn es ihre Eltern nicht verboten hätten.

Wünsche für einen Gottesdienst und Ratschläge für die Jugendlichen (Senioren)

 

Gefragt danach, was sie sich von einem Gottesdienst wünschen, antworteten die Senioren: „mehr Freude, Spaß und Gemeinsamkeit; mehr jüngere Leute; mehr Lieder, so wie früher“. Mitgeben wollten sie den jungen Leuten, dass „in Bezug auf katholisch und evangelisch alle letzten Endes ein und denselben Gott haben, der unsere Gebete erhört. Dass jeder seinen Glauben finden kann. Dass man immer alles von allen Seiten betrachten sollte, um sich ein eigenes Bild zu machen. Und dass es in schwierigen Momenten helfen kann, Gottes Hilfe zu suchen und zu beten.“

 

Zweifel und Stärkung durch den Glauben (Senioren)

Die Senioren sprachen aber auch von ihren Zweifeln. Ein Mann erinnerte sich, dass zur selben Zeit, zu der er den Gottesdienst besuchte, seine Frau einen Unfall hatte. Er sagte: „Ich war doch gerade beten und in Gottes Haus. Wieso lässt Gott dann so ´was zu?“ Ein anderer erzählte, dass er viel gezweifelt habe, als seine Frau nach langem Leiden starb. Er fragte sich, warum ihr die Erlösung durch den Tod nicht früher zuteilwurde. Eine Frau erzählte vom Tod ihrer Tochter und der Verzweiflung, die sie empfunden hatte. Einige Senioren berichteten, in solchen Momenten ihren Glauben verloren zu haben.

Andere erzählten dagegen, wie ihnen der Glaube an Gott und tägliches Beten geholfen habe zu lernen, mit Schmerz umzugehen. Sie erzählten von Momenten, in denen sie sich Gott besonders nahe gefühlt hatten: im Gebet vor heiklen und schweren Operationen oder als es den Lieben, die erkrankt waren, wieder besser ging. Eine Frau erklärte, dass sie nach dem Tod ihres Mannes sehr getrauert habe, aber dass ihr dann klar wurde, dass es Zeit für ihn war, in den Himmel zu kommen.

 

Resümee (Jugendliche)

Die Interviewer selbst zogen für sich in einer Abschlussrunde, bei der sie die Interviews auswerteten, Bilanz.

„Auch wenn ich selbst nicht religiös bin, habe ich erstaunt festgestellt, wie sehr die Religion immer noch das Leben einiger Menschen bestimmt. Es war spannend für mich, mal einen Einblick in ein Thema zu bekommen, mit dem ich sonst eher weniger zu tun habe.“

 

„Ich habe mich sehr gefreut, wie schnell die Senioren sich geöffnet haben und anfingen zu erzählen. Teilweise waren sie gar nicht mehr zu bremsen!“

„Gut gefallen hat mir auch die Wertschätzung während des Interviews; ich hatte das Gefühl, das mein Interviewpartner meine Fragen wirklich ernst genommen hat.“

„Mich hat sehr beeindruckt, wie stark meine Interviewpartnerin im Glauben verankert war, obwohl sie so viel gelitten hat. Manches ging wirklich unter die Haut und wird mich nicht so schnell loslassen.“

Parallele „Garten – Glaube“

 

Die Vorstellung des Interviews wurde umrahmt vom Vergleich „Garten – Glaube“.

Frühling

Die Phase zwischen Taufe und Firmung ist der Frühling des Glaubens. Mit der Taufe wird das Samenkorn in den Garten gesät. Die Eltern legen ein Fundament für den Glauben.

Sommer

Der Sommer ist die Zeit der Entscheidung: wird der Samen aufgehen? Aus Kindern werden Jugendliche. Sie hinterfragen nicht nur ihre Eltern, sondern auch und den Glauben, den diese zu vermitteln versuchten.

Herbst

Der Herbst ist die goldene Zeit der Ernte, in der man seinen Garten genießen kann. Zweifel und Auseinandersetzungen haben zu einem Ergebnis geführt: für oder gegen den Glauben.

Winter

Der Winter ist die Zeit des nahenden Todes. Christen glauben jedoch nicht, dass damit alles zu Ende ist. Sie glauben an ein Leben nach dem Tod und die Wiederauferstehung. Und schon jetzt gilt: wenn unsere Pflanze verblüht und wir die Erde verlassen, lebt eine Spur von uns fort, die im Frühling wieder neue Blüten treiben kann.

Und jenseits des Gartens?

 

Sicherlich kann man auch außerhalb des Gartens, ohne eine christliche Gemeinschaft, tief religiös sein. Ein christliches Leben außerhalb des Zauns ist genauso wertvoll wie ein Leben innerhalb des Zauns. Jedoch ist die Existenz außerhalb des Gartens weniger geschützt. Der Wind kann leichter angreifen.

Die Gemeinschaft will helfen, will einen Rahmen zum Austausch bieten, genauso wie Gottesdienste eine Zeit zur Ruhe bieten wollen.

 

Wieder einmal dabei: der temptAhre-Frauenprojektchor

Die Musik von „Breeze of Music“ und die gezeigten Bilder regten zum Nachdenken an.                                Musikalisch vertreten war diesmal auch wieder der Frauenprojektchor mit zwei Liedern, die schwungvoll und mitreißend vorgetragen wurden.

Der Gottesdienst wurde kurz vor Beginn der Sommerferien gefeiert. Ferienzeit ist Postkartenzeit. Deshalb verschenkte temptAhre am Ende des Gottesdienstes Karten mit ungewöhnlichen Ansichten der Mayschosser Kirche.

Open-Air-Gottesdienst zur Feier des fünfjährigen Jubiläums des Jugendbüros

 

Am Tag der offenen Tür und aus Anlass des fünfjährigen Jubiläums des Jugendbüros am Standort in Altenburg wurde der Gottesdienst am 12. August 2018 noch einmal gefeiert. In der Schulstraße, der „sozialen Straße“ in Altenburg, war man sozusagen mitten zwischen jenen, die zur Inspiration und Gestaltung des Gottesdienstes beigetragen hatten.

Der Kommentar eines Besuchers

 

„Die Organisatoren haben es wieder richtig klasse gemacht. Die Band “ Breeze of Music“, die Jugendlichen vom ProBüro Altenahr, die musikalische Unterstützung am Keyboard, die Bläser, Pastor Spiller, die Messdiener und einfach alle, die zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben. … alle, die nicht da waren haben wirklich etwas verpasst. Was mich besonders gefreut hat, dass eine 93-jährige Mayschosserin unter den Besuchern war. …  Nochmals ein großes Danke an alle für die wunderschön gestaltete Messe, für die Postkarten und für die anschließenden Getränke und Gespräche.“

„Evangelisch – Katholisch: Alles Christen, oder was?“

„Evangelisch – Katholisch: Alles Christen, oder was?“

Am frühen Abend des 19. November 2017 wurde in der Kirche St. Nikolaus und St. Rochus in Mayschoß erneut ein temptAhre-Gottesdienst gefeiert. Im Luther-Jahr 2017 war es naheliegend, einen Gottesdienst zu gestalten, der die beiden großen christlichen Konfessionen zum Thema hatte und zusammen über die weitere Entwicklung der Ökumene nachzudenken. Vertreter beider Konfessionen stellten sich im Mittelteil des Gottesdienstes einem Interview. Für die evangelische Seite sprach Pfarrer Karsten Wächter aus Bad Neuenahr; die katholische Seite repräsentierte Kaplan Thomas Hufschmidt aus Sinzig-Löhndorf.

 

Abendmahl/Eucharistie – Amtsverständnis

Sakramente – Ökumene

Vier Themenbereiche wurden auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede hin betrachtet: Abendmahl/Eucharistie; Amtsverständnis der Kirche selbst und der Geistlichen; Sakramente und Ökumene. Dabei war spannend zu erfahren, wie die Unterschiede im Einzelnen entstanden sind und welchen tieferen Sinn die jeweilige Konfession mit ihrer Haltung verbindet. Deutlich wurde aber auch, dass die Konfessionen ähnliche Ziele mit ähnlichen Wegen anstreben. Ökumene könnte demgemäß eher auf eine „Einheit in versöhnter Verschiedenheit“ als auf eine „Einheitskirche“ abzielen, so die Expertenmeinung.

Ökumene an der Basis

In vielen Gemeinden wird Ökumene meist schon lange und mit großem Erfolg gelebt. Das gilt sowohl für evangelische und katholische ChristInnen als auch für SeelsorgerInnen. Ökumenische Gottesdienste werden oft und mit großer Akzeptanz gefeiert. Auch temptAhre ist ökumenisch strukturiert.

Den Gedanken, dass etwas ähnlich und doch verschieden ist, letztlich aber doch zusammengehört, griff das temptAhre-Team durch selbst gebackene Yin und Yang-Kekse auf, die beim anschließenden Kirchencafé angeboten wurden.

Kollekte: „Grabfeld für die Allerkleinsten“

 

Die Kollekte am 19. November erfolgte für ein ökumenisches Projekt und zwar für das „Grabfeld für die Allerkleinsten“ des Krankenhauses Maria Hilf am Städtischen Friedhof Bad Neuenahr. Hier finden Eltern, die ihr Kind durch eine Früh- oder Totgeburt verloren haben, die Möglichkeit einer würdigen Form des Abschieds, der Bestattung und Ruhestätte für ihr Kind, wenn für dieses keine Bestattungspflicht gegeben ist. Die Kirchen möchten „dort, wo Menschen in Not sind, die Kraft der Gemeinschaft Kirche spürbar und erfahrbar machen.“ (Quelle: Flyer „Grabstätte für die Allerkleinsten“).

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